

CHRIS CACAVAS ist wieder da und nicht nur eingefleischte Fans haben Grund zum Aufatmen!
Den Titel seines letzten Albums »Anonymous« (1999) hatte CACAVAS etwas zu wörtlich genommen. Fast vier Jahre hat der kalifornische Kult-Sänger und Songschreiber kein neues Studio-Album veröffentlicht und die Anonymität eines »Nine to Five«-Jobs nur dann aufgegeben, wenn seine Rolle als Tourmusiker für bekannte Kollegen gefragt war.
Etwa für STEVE WYNN, seinen alten Kumpel aus den Tagen des wunderbaren US-Gitarren-Revivals, als CACAVAS mit den großen GREEN ON RED und STEVE WYNN mit THE DREAM SYNDICATE amerikanische Rock-Geschichte schrieben.
Jetzt aber ist CHRIS CACAVAS wieder da - mit neuem Album »Bumbling Home from the Star« (Normal / Indigo), neuer Band und neuen großartigen handgemachten Songperlen, aufgenommen mit Unterstützung von CRAIG SCHUMACHER (Calexico, Giant Sand) im kalifornischen Costa Mesa in einem »antiken« 24-Spur-Röhren-und-Transistoren-Studio mit dem großen Namen »The Distillery«. Sensibles Songwriting, das die akustische Gitarre der elektrischen vorzieht.
Stille Songkunst auf höchstem Niveau, inspiriert durch das reichhaltige Vokabular des US-Folk- & Country-Rock, dargeboten von einem der beeindruckendsten US-Songwriter überhaupt.
Und die Presse sagt:
"California (Into the Ocean)" ist so ein Melancholie-Monster, wie es nur zehn Menschen auf der Welt zustande kriegen, "On My Back" könnte der fehlende zwölfte Song auf dem Strokes-Album sein." -Musikexpress *****
"Bumbling Home from the Star - Große Songkunst im Stile von Neil Young. Sollten Sie kaufen, wenn Sie wissen wollen wie R.E.M. in Gut klingen"
"Mit namhafter Unterstützung von Craig Schumacher /Calexico, Giant Sand, Friends Of Dean Martinez) ist ein schönes Album entstanden, das zeitlos ist und in die Kategorie "bester Singer/Songwriter Country-Rock" gehört."
Rückblick:
Eine ganze Menge eingefleischte Fans hat der symphatische Chris Cacavas an seinem Mainzer Erstauftritt gezogen!
Alles in allem ein wirklich schöner Abend. Am besten haben mir die Spielereien mit den Effektgeräten und nicht funktionierenden Instrumenten gefallen. Live ist, wenn's nicht perfekt ist! True live ist es, wenn dazu noch die Anonymität und Hürde zwischen Künstler und Publikum fällt, und jeder seine ganz persönlichen Erinnerungen mit heimnimmt.
Für eine größere Ansicht bitte auf das Bild klicken:
- Ein dickes "Dankeschön" an Steffen Paulus, für Bereitstellung der Aufnahmen!



Die Frankfurter Rundschau schrieb am 15.01.2004:
Inklusive Sonne
Chris Cacavas entführt im Mainzer KUZ in die Weite des Lebens
VON FRANK SCHUSTER
Ein Mann spricht mit auffällig vielen Menschen im Saal, stellt sich an die Theke, grüßt brav, auch den Autor dieser Zeilen, holt sich zwei Bier. Der Mann schlendert zur Bühne, stellt seine Flaschen ab, verschwindet hinterm Vorhang, tritt zwei Sekunden später lachend wieder durch diesen hindurch.
Natürlich. Es ist Chris Cacavas. Wie hätte man aber in der schmalen Person, die mit allem und jedem hier bekannt zu sein scheint, die wie alle und jeder hier Jeans und Pulli trägt, auf den Star des Abends kommen sollen? Er steht oben, wir sitzen unten, na und. Die Rampe bedeutet nur, dass man ihm mal für zwei Stunden zuhören kann.
Cacavas ist zwar ein amerikanischer Songwriter, aber anders als viele Kollegen besingt er keine Highways. Und wenn, dann zumindest keine mythenumrankten mit Zahlen wie 61 oder 66, die, abhängig davon, in welchem Film man gerade sitzt, in die Hölle oder in die Freiheit inklusive untergehender Sonne führen.
Er singt in knappen Versen lieber davon, wie es sich anfühlt, vor Liebeskummer auf dem Boden eines ausgetrockneten Brunnens zu sitzen; wie es ist, schon 44 zu sein; dass es Augenblicke im Leben gibt, in denen man sich wünscht, Kalifornien im Meer versinken zu sehen. Zwischendrin fragt er, wie Weihnachten war, erzählt, dass Santa Claus ihm keine Zigaretten gebracht habe und Weihnachten ohnehin nur was für Kinder und Kapitalisten sei.
Das ehemalige Mitglied der Gitarrenrockbands Green on Red und Giant Sand (darauf haben Cacavas-Fans gewartet) steht im Mainzer KUZ solo auf der Bühne, abwechselnd an Akustikgitarre und E-Piano. Obwohl: solo stimmt nicht ganz. Cacavas experimentiert mit Tonschleifen, doppelt sein Spiel, zaubert sich einen digitalen Klon, breitet seine Soli in altmodischem Verzerrersound über fließende Akkorde oder staub-trockene Riffs, die er zuvor eingespielt hat. Manchmal setzt er kleine Tonschnipsel, im Mehrfach-Loop, zu großen Collagen zusammen, lässt sie zu breiten Klangflächen werden, zu monumentalen Landschaften.
Schließt man die Augen, zieht es einen sofort in ihre Weite, auf einen Highway, der, je nachdem, in welchem Film man gerade sitzt, in die Hölle oder die Freiheit führt.
Chris Cacavas: Ein neues Album erscheint Ende Februar bei Blue Rose Records.
Die Mainzer Rhein Zeitung schrieb am 19.01.04:
Leise, aber keine ruhigen Töne
Gitarre und Stimme pur: Konzert mit Chris Cacacas im Kulturzentrum
MAINZ. Es gibt Konzerte, bei denen man die Musik nur an sich heraunterprasseln lässt. Wenn Chris Cacavas jedoch im KUZ auftritt, ist das anders. Bei dem amerikanischen Songkünstler sitzen die Fans gespannt, lassen die Musik nach innen gehen. Denn vor allem mit einem hat die Musik Cacavas' zu tun: mit Zuhören.
Lässig die Gitarre umgeschnallt, betritt er die Bühne: "Hi, my mame is Chris Cacavas, und ich komme aus Karlsruhe!" Und so ungekünstelt, wie er sich vorstellt, ist dann auch seine Musik. Nachdem er lange nichts hat von sich hören lassen, schlägt der Sänger, längst mehr als ein Geheimtipp, die leiseren, nicht jedoch die ruhigeren Töne an.
"Pale Blond Hell" stimmt das Publikum ein, ein Song, der wie viele andere Gitarre und Stimme pur erklingen lässt. Dann ein Track seines kommenden Albums "self taut". Cacavas setzt verschiedene Gitarreneffekte ein, seine zarte Stimme wird laut:"Things I can't say, you'll hear them anyway." Die Texte gehen tief, und auch die Musikbegleitung beeindruckt. Kraftvoll bietet er den Song über seine Heimat dar, "Califonia (into the Ocean)". Der ganze Raum ist so von der Musik erfüllt, dass man sich wundert, wirklich nur eine Person auf der Bühne zu sehen.
Cacavas spielt auf der Bühne mit der Technik, übernimmt verschiedene Gitarrenstimmen, und zeigt, dass er doch eigentlich völlig unabhängig von ihr ist. Denn so echt, wie sich Cacavas auf der Bühne präsentiert, so natürlich bleibt er auch, als die Technik bei der Gitarre einmal hakt: "Wenn das Ding aufhört zu funktionieren, gehe ich einfach rüber zum Klavier - bis das auch kaputt geht." Und als sich dann nochmals kleine Probleme einschleichen, nimmt Cacavas die Gelegenheit, seine wahre Stärke zu zeigen, und zieht das Kabel aus der Gitarre: "Ich brauch das nicht."
Wie vielseitig Cacavas Musik ist, zeigt er auch, wenn er sich dann ans Piano setzt.
Nach ironischen Wahrheiten wie "Weihnachten ist was für Kinder und Kapitalisten", ertönt "Walk on water". Ganz klassisch sitzt er da am Piano, Zigarettenrauch steigt auf, die Mundharmonika vollendet die Stimmung: "But I can't walk on water..."
Viele der Songs prägen sich ein, so auch der Soft-Folk-Song "Awol", was bei der Armee soviel heißt wie "Absent Without Leave". Aber auch Textstücke wie "I'm a flamethrower", die durch Terrorattacken inspiriert sind. Überhapt sind die Lyrics in den Liedern Cacavas' besonders wichtig. Seine Worte gehen unter die Haut.
Wie experimentell Cacavas ist, zeigt der Sänger in seiner Zugabe "Perfect Show": "Ich habe das Stück noch nie live gespielt - ich versuch's mal auf dem Piano." Und auch seine anschließende Klavierversion von "Pale Blond Hell" mit großem improvisierten Instrumentalteil lässt noch einmal auf die Vielseitigkeit des Musikers blicken.
So bewirkt Chris Cacavas, dass man den Titel der Veranstaltungsreihe "true live concerts" wörtlich nehmen kann. Und nochmal zurück zu Walk on water: Dieser Song hatte bisher keinen Namen und wurde immer nur live gespielt. Aber eines verspricht Cacavas: "Vielleicht bekommt er einen festen Namen auf dem nächsten Album." Hoffentlich. - Julia Drevermann
Die Allgemeine Zeitung Mainz schrieb am 15.01.2004:
Frei schwebende Melancholie
Der Independent-Songwriter Chris Cacavas im Kulturzentrum
fb. Es ist interessant, wohin die Liebe Rocklegenden so treibt: Barbara Manning, die Patti Smith der 90er, lebt in Darmstadt, Kevin Coyne, die nach Eric Burdon authentischste "Working Class"-Stimme Englands, hat sich mit Frau und Hund zum Malen nach Regensburg zurückgezogen. Und Chris Cacavas, der jetzt im gut besuchten kleinen Kulturzentrum KUZ gastierte, lebt seit Jahren mit Frau und Kindern in Karlsruhe.
Vor 25 Jahren gründete er in Tucson, Arizona, die Formation Green On Red, die mit REM und Dream Syndicate das College Rock- Genre begründeten. Dabei verbanden sie nicht nur den Garagenrock von Velvet Underground mit dem Country-Swing von George Jones und der Folk-Melancholie Neil Youngs, sondern auch politische Songs mit dem Understatement der Gescheiterten und Gedemütigten. Dass man in Amerika von alternativer Musik nicht reden kann, merkte Chris Cacavas spätestens dann, als der größte Independentvertrieb pleite ging. Die Anonymität, in die er nach der Gründung seiner letzten US-Supergrupppe Junkyard Love fiel, hat er auch in seiner neuen Heimat Deutschland nicht abschütteln können.
Anfangs unkonzentriert, fand Cacavas aber schon bald zu seiner Form. Oder besser: zu seinem eigenwilligen Gitarren-Fluss. Man kennt diesen zeitlupenartigen und doch leichtfingrigen Stil von zahlreichen "Americana"-Songwritern, die mit offenen Stimmungen, variablem Picking und swingenden Rhythmen arbeiten. Diese frei schwebende Melancholie spiegelt sich in den Texten, in denen sich wiederum die Hürden und Bürden des Alltags widerspiegeln. So sind denn auch "stress", "ache" (Schmerz), "pein" und "pressure" Cacavas Hauptthemen. Wobei er Stress vor allem mit Frauen hat, wie mit jener "Pale blonde hell", die ihn in einem Motel aufgelesen hat. Frauen sind für den Familienvater wie der Tanz auf der Rasierklinge - Verletzungen nicht ausgeschlossen.
Andere Texte beschäftigen sich mit dem Mysterium des Lebens; mit Gott, seinen Kindern, Musikerkollegen, Alkohol und unnützen Gedanken der Vergangenheit, die nicht verschwinden wollen. Etwas mehr Moderation und Humor hätte dem Abend gut getan, zumal die Texte recht schwierig sind. Da Cacavas von Hause aus Pianist ist, wechselte er des öfteren zum Piano, wo er zwischen Brecht/Weill´scher Tristesse und minimalistischen Songstrukturen auch rollende Pianoläufe und Blueskadenzen zum Besten gab.
True Live Concerts
Claudia Holzinger
Für regelmäßige Informationen über Konzerte und updates einfach eine Email mit dem Betreff "Bitte um Konzertinfos" an unsere Mailing Liste
Chris Cacavas am 13. Januar 2004